Psychomotorik

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Psychomotorik will ein entwicklungsorientiertes Konzept sein, daher ist von entscheidender Bedeutung, wie sich der Entwicklungsbegriff innerhalb der Psychomotorik definiert.

Entwicklung, Persönlichkeitsentwicklung, vollzieht sich durch Handeln, wobei Handeln stets eine Einheit von Bewegungs- und Wahrnehmungstätigkeiten, Erleben und Kognition bildet.

Psychomotorik betrachtet die Entwicklung unter dem Aspekt der Bewegungsaktivität, der innerhalb der kindlichen Entwicklung sicherlich den wichtigsten Gesichtspunkt darstellt.

Im handelnden Umgang macht das Kind verschiedenste Erfahrungen, die Grundlage von Entwicklungen sind. Über grundlegende Bewegungstätigkeiten (z.B. Schwingen, Schaukeln, Rutschen, Balancieren...) gelingt es dem Kind, immer umfassendere Vorstellungen von den Dingen und der Umwelt zu entwickeln. Das Kind ist dabei das handelnde Subjekt und die ganzheitliche Bewegungshandlung wird zum Entwicklungsträger.

Dabei ist das Handeln nicht auf die materiale Welt beschränkt, vielmehr muß die individuelle Sinngebung aufgrund sozialer Handlungen (nicht nur innerhalb der Soziomotorik) berücksichtigt werden. Dieser Aspekt wird besonders unter didaktischen Gesichtspunkten bedeutsam.
Personale Entwicklung heißt in erster Linie, eine eigene Identität zu erleben. Dazu ist es notwendig, die Eigenwahrnehmung mit den perzeptiven Voraussetzungen zu erleben und zu entwickeln. Dabei spielt zunächst die "Im-Körper-Sein" Perspektive (Ich-Kompetenz) die bedeutendere Rolle, später gewinnt die "Außerhalb-des-Körpers-Sein" Perspektive (Sach- und Sozialkompetenz) zunehmend an Bedeutung. Für den Bewegungsunterricht bedeutet dies, Themen zu finden, die identitätsbildend sind. Dabei lassen sich drei Grundthemen darstellen:

  1. Vertrauen bilden
  2. Autonomie aufbauen
  3. Initiative entwickeln

Alle Grundthemen werden über das Medium Bewegung bearbeitet und gestaltet. Um Vertrauen bilden zu können, muß die Wahrnehmung und Bewegungssteuerung ein sicheres Bewegen in den aktuellen Situationen zulassen, d.h. zunächst wird die Förderung der Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeit unter dieser Zielsetzung thematisiert.

Aus dieser gewonnenen Sicherheit heraus erlangt der Schüler die Möglichkeit, freier und selbstbestimmter Bewegungssituationen zu bearbeiten und zu gestalten.

Der nächste Schritt, Initiative entwickeln bedeutet, die gewonnenen Bewegungsmöglichkeiten in zunehmend selbstgestalteten Bewegungs- und Spielsituationen anzuwenden und auszugestalten.