Die orofaziale Regulationstherapie nach Rodolfo Castillo Morales

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Das Konzept beinhaltet die Förderung der sensorischen und motorischen Fähigkeiten (Neuromotorische Entwicklungstherapie) mit einem orofazialen Behandlungsschwerpunkt (Orofaziale Regulationstherapie)

Rodolfo Castillo Morales beschäftigte sich intensiv mit der Anthropologie Lateinamerikas und ließ diese Erfahrungen mit der Lebensweise der Ureinwohner grundlegend in sein Therapiekonzept mit einfliessen. So basiert die Behandlung auf dem Respekt vor dem Gegenüber, dem Zutrauen in die Fähigkeiten des anderen und im Unterstützen seiner Stärken. Ein enges Zusammenarbeiten mit den Eltern bzw. Bezugspersonen ist sowohl bei der Diagnostik als auch in der Therapie von grundlegender Bedeutung.

Frank Steffes hat die Ausbildung in orofazialer Regulationstherapie 1995/1996 bei Rudolfo Castillo Morales im Kinderzentrum München gemacht.

Castillo Morales

Ein umfassendes, neurophysiologisch orientiertes Therapiekonzept für Kinder und Erwachsene mit kommunikativen sensomotorischen und orofazialen Störungen.

Rodolfo Castillo Morales wuchs in Argentinien auf, geprägt durch den Einfluss von Eingeborenen, unter deren Obhut er aufwuchs. Diese lehrten ihn früh, seine Beobachtungsgabe im Tier und Pflanzenreich zu schulen und vermittelten ihm ihr alt überliefertes, naturheilkundliches Wissen, ihre Lebensweise und die Achtung vor dem Leben. 1968 beendete er die Ausbildung zum Rehabilitationsarzt in Madrid/Spanien. Über 50 Jahren leitete er in Cordoba/ Argentinien ein Rehabilitationszentrum für Kinder und Erwachsene bis zu seinem Tod im Jahr 2011.

Das Behandlungskonzept

Sein sensomotorisches Behandlungskonzept entwickelte Castillo Morales aus der jahrelangen Erfahrung mit Kindern mit muskulärer Hypotonie.

Das Behandlungskonzept hat sich erweitert und bezieht heute folgende Indikationsstellungen ein:

  • Kinder mit genetischen Syndromen und Muskelhypotonie
  • Kinder mit verlangsamter sensomotorischer Entwicklung
  • Kinder und Erwachsene mit zentralmotorischen Störungen und / oder Mehrfachbehinderung
  • Patienten mit peripheren Paresen
  • Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen
  • Patienten nach Schädelhirntrauma und Koma

Die orofaziale Regulationstherapie (ORT)

Für das orofaziale Behandlungskonzept (ORT) sammelte Castillo Morales seine Erfahrungen aus der Arbeit mit Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und bei Kindern mit Down Syndrom. Das Konzept wird heute bei Kindern und Erwachsenen mit verschiedensten sensomotorischen Störungen im Bereich des Gesichtes, Mundes und Rachens angewandt, wie z.B. bei Kindern mit Pierre-Robin-Sequenz, Kindern mit Möbius-Syndrom Patienten mit neurologischen Erkrankungen mit orofazialer Begleitsymptomatik, wie z.B.: Neuromuskuläre Erkrankungen, Zerebralparesen, nach Schädel-Hirn-Trauma und Schlaganfall. Die Therapie setzt exaktes Wissen über die muskulären Verläufe, die verschiedenen Muskelfunktionen, die Entwicklung der physiologischen Funktionen des orofazialen und gesamtkorperlichen Komplexes und die Wechselwirkung dieser Systeme voraus. Sie muß Bedingungen der emotionalen, kommunikativen und sozialen Entwicklung ebenso berücksichtigen wie die Kriterien der Autonomie-Entwicklung des Kindes.

Vertrauensvollen Dialog in Gegenseitigkeit

Das Menschenbild, das Castillo Morales vermittelt, wird für jeden spürbar und erfahrbar, der ihn in der Behandlungssituation mit Kindern oder Erwachsenen erleben konnte. Die Person des Menschen mit Behinderung stellt Castillo Morales in den Mittelpunkt des Konzeptes. Von der ursprünglichen Bevölkerung Lateinamerikas hat CM übernommen, daß sie die Entwicklung der Kinder in direktem körperlichen Kontakt fördern. Um mit dem Kind in Kontakt zu treten, müssen wir uns auf seine Ebene begeben. Das Kind ist im direkten, personellen Kontakt motiviert Neues zu versuchen und seine Welt zu entdecken. Motorisches Lernen erfolgt im bewußten Spüren des eigenen Körpers und im Kontakt des Körpers mit der Umgebung. Es sollen keine Verhaltensweisen eingeübt werden, sondern dem Patienten ein Weg gezeigt werden, sich Entwicklungsschritte selbst zu erarbeiten. Dazu muß auch abgewartet werden können, die "Eigenzeit" respektiert werden, um so die Chance zum eigenen Handeln einzuräumen. So kann es zu einem vertrauensvollen Dialog in Gegenseitigkeit als grundlegende Voraussetzung jeder therapeutischen Situation kommen. Nur ein Mensch, der sich wohl fühlt spielt, probiert und lernt.